Gefühle sind eine wichtige Komponente, um uns mitzuteilen, miteinander in Kontakt zu treten und Verbindung aufzubauen. Wir können unserer Freude Ausdruck verleihen oder unseren Kummer kundtun. Welche Gefühlstöne spielst du derzeit in dieser Ausnahmesituation? Ungünstige Erfahrungen prägen uns sehr und herausfordernde Geschehnisse beanspruchen unseren Seelenfrieden. Erlaube dir mit Geduld und Nachsicht, deine eigene Melodie zu spielen – und diese darf sowohl traurige als auch freudvolle Passagen enthalten. Du lernst und wächst daran.

Wie ist dein Gefühlswortschatz?

Gut – schlecht – es muss ja – wir machen weiter – was uns nicht umhaut – die Pause tut gut – geht so – so naja – gut. Unser Wortschatz für unsere Gefühle scheint oft begrenzt. Wir haben Schwierigkeiten, diese wahrzunehmen und erst recht diese auszudrücken. Was macht es so schwierig, Gefühle wahrzunehmen und diese zu äußern? Wie geht es dir persönlich, wenn das gefragte Gegenüber seine Gefühle nicht ausdrücken kann? Welche Melodie an Gefühlen möchtest du spielen? Welche Melodie übernimmst du unbewusst von anderen? Jeder fühlt unterschiedlich.

Als Hilfestellung und zur Erweiterung deines Gefühlswortschatzes kannst du unterscheiden zwischen Gefühlen, wenn deine Bedürfnisse erfüllt sind und zwischen den Gefühlen, wenn deine Bedürfnisse eben NICHT erfüllt sind (Quelle: Marshall B. Rosenberg (2016): Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. Junfermann. Paderborn).

Genau so, wie es eine Vielzahl von Gefühlen gibt, so gibt es auch eine Vielzahl von Bedürfnissen. Zu diesen gehören insbesondere die Bedürfnisse nach Bindung, Autonomie, Lebenslust und Anerkennung.

 

Gefühle, wenn deine Bedürfnisse nicht erfüllt sind

Eine kleine Sammlung an möglichen Gefühlen: ängstlich, ärgerlich, angespannt, aufgeregt, bedrückt, beklommen, besorgt, bestürzt, erstarrt, frustriert, gehemmt, gelähmt, gelangweilt, genervt, hilflos, hasserfüllt, in Panik, irritiert, kalt, schüchtern, schockiert, schwer, sorgenvoll, streitlustig, todtraurig, überwältigt, voller Sorge, unglücklich, unter Druck, unbehaglich, ungeduldig, betroffen, bitter, deprimiert, dumpf, durcheinander, einsam, elend, empört, enttäuscht, entrüstet, ermüdet, erschlagen, erschöpft, erschrocken, kribbelig, lasch, leblos, lustlos, mutlos, nervös, niedergeschlagen, sauer, scheu, unruhig, unwohl, unzufrieden, verärgert, verletzt, verbittert, verspannt, verzweifelt, wütend, zögerlich, zornig …

 

 

Gefühle, wenn deine Bedürfnisse erfüllt sind

Eine kleine Sammlung an möglichen Gefühlen: klar, hocherfreut, entspannt, fasziniert, jubelnd, still, selig, souverän, stark, sanft, unbekümmert, angeregt, ausgeglichen, angenehm, aufgemuntert, aufgedreht, berührt, befreit, begeistert, behaglich, berauscht, beschwingt, eifrig, energiegeladen, enthusiastisch, entlastet, freundlich, froh, gefasst, gelassen, geschützt, glücklich, gut gelaunt, heiter, hellwach, hoffnungsvoll, motiviert, neugierig, optimistisch, ruhig, satt, schwungvoll, selbstsicher, strahlend, überglücklich, überrascht, überschwänglich, unbekümmert, entschlossen, entspannt, entzückt, erfreut, erfrischt, erleichtert, erstaunt, kraftvoll, lebendig, vergnügt, verliebt, wach, weit, zärtlich, zufrieden, zuversichtlich …

 

Jeder kennt dabei das „Wechselbad der Gefühle“. Von einer Sekunde auf die andere weicht das eine Gefühl dem anderen. Da bist du traurig auf Grund einer schlechten Nachricht, plötzlich jedoch wütend, wenn die Urteile und Schuldzuweisungen in dir hochkommen. Da freust du dich sodann über unerwartete Zeit, genießt fröhlich ein Gespräch, welches endlich stattfindet oder triffst mutig neue Entscheidungen. Da merkst du, wenn Ruhe einkehrt, wie müde du eigentlich bist oder bist ganz klar mit dir, was du inspiriert umsetzen möchtest. Eine echte „Gefühlsachterbahn“.

 

Vorteile für einen erweiterten Gefühlswortschatz sind, ein Mehr …

*an Klarheit

*an Menschlichkeit

*an Verständnis zu sich und anderen

*an Handlungsmöglichkeiten

*an Verhaltensänderungen

*an Offenheit

*an Wertschätzung (auch der Verletzlichkeit gegenüber)

*an Nähe

 

Übung – Wie geht es dir?

Beobachte doch einmal wertfrei und nehme war, was diese Frage in dir auslöst. Oder beobachte dich, was in dir ausgelöst wird, wenn du diese Frage an jemanden richtest. Benutze dabei die Formulierung „Ich bin …“, um deinen Gefühlen auf die Schliche zu kommen und sie vielleicht auch jemandem mit zuteilen.

Einzelne Gefühle sind weder gut noch schlecht. Sie sind so wie sie sind in uns und wollen alle gesehen werden. Erkenne deine Gefühle und zeige durch die Anerkennung deiner Empfindungen persönliche Reife. Sie sind ein wichtiges Signal. So zeigst du dich durstig, wenn du etwas Trinken solltest oder halt glücklich, wenn sich ein anderes Bedürfnis erfüllt hat. Das Gefühl zeigt dir auf, welches Bedürfnis gerade zu kurz kommt. Nehme es wahr. Welche Bitte hast du jetzt an dich oder an jemand anderen? Komme gezielt und überlegt ins Handeln und übernehme Verantwortung über deine Gefühle; über Angst genau so wie über deine Freude.

Gefühle sind Ausdruck deiner Lebendigkeit und dürfen JEDE Melodie haben!

Die Kanzlerin forderte uns in ihrer gestrigen Fernsehansprache auf, Abstand zu halten als „Ausdruck von Fürsorge“ und sie rief auf zu „kreativen Formen“ des Austausches, um der derzeitigen Situation „zu trotzen“. Sie sagte weiter „niemand ist verzichtbar, alle zählen“, deshalb achte auch auf dich. ALSO:

 

Wie geht es dir?

 

Ich freue mich über eine E-Mail von dir!

Ich bin gerade zuversichtlich…

 

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