Wäre es nicht traumhaft, alle um einen herum wissen von ganz alleine, was wir möchten? – Nein! Selbstverantwortlich und klar für seine Erwartungen und Bedürfnisse gerade zu stehen und diese durch Bitten dem anderen offen zu legen, schafft Motivation bei sich und seinem Gegenüber.

 

Wünsche dir was …

Es gibt Gewohnheiten und Denkweisen im (Arbeits-)leben, die einen regelrecht stressen. So ist es auch mit der Idee, dass der andere gefälligst zu wissen hat, was wir möchten. Und, wenn er dann schon fleißig vor sich hin rät, wächst der Stress nicht nur bei einem selber, sondern auch der Frust über die Undankbarkeit bei dem anderen. Eine wahre Bitte und damit auch das Aussprechen seiner Bedürfnisse führt nicht nur zur Verbesserung meiner eigenen Lebensqualität, sondern auch zur Klärung und Erleichterung bei dem anderen. Bitte also um eine konkrete Handlung, damit sich deine Bedürfnisse erfüllen können.

Starke Bitten bewegen zum Handeln

Bei der Formulierung der Bitte gilt es jedoch auch den anderen zu sehen. Wie kann ich eine Bitte aussprechen, so dass die Bereitschaft meines Gegenübers steigt, mir diese zu erfüllen? Denn, wenn jemand statt der Bitte eine Forderung von mir wahrnimmt, wird er sich entweder unterwerfen oder rebellieren (vgl. Rosenberg (2001): Gewaltfreie kommunikation Eine Sprache des Lebens). Bei der Äußerung einer Bitte kannst du dich selbst überprüfen, ob deine Bitte eine wahre Bitte ist, oder eben eine Forderung: Frage dich, ob der andere die Freiheit hat, deine Bitte abzulehnen; d.h. wie reagierst du, wenn er diese nicht erfüllen möchte. Nimmst du einen Widerstand war, wenn du ein „Nein“ bekommst, wird es sich eher um eine Forderung deinerseits gehandelt haben. Hilfreich ist auch, deine Bitte gegeben falls zu ergänzen mit den Worten „…ist das o.k. für Sie/Dich?“ Oder du bittest deinen Zuhörer darum, dass er mit seinen Worten wiedergibt, was er verstanden hat (Feedback-Bitte).

Kriterien für eine Bitte:

  1. Sage, was du möchtest, statt was du nicht möchtest.
  2. Beschreibe in deiner Bitte ein konkretes, beobachtbares Verhalten.
  3. Nenne ein konkretes Verhalten, statt etwas, was die andere Person sein soll oder fühlen soll.
  4. Schaue darauf, dass deine Bitte überprüfbar ist.

Zusammenfassend schreibt Rosenberg (2001): „Bitten in klarer, positiver, konkreter Handlungssprache zu formulieren bringt das zutage, was wir wirklich wollen“. Das bedeutet aber auch: „Echte Bitten auszudrücken erfordert Bewusstheit über unser Ziel“. Hingegen: „Eine vage Ausdrucksweise trägt zu innerer Konfusion bei“.

Auch können wir Bitten an uns selbst richten. Hierbei gelten sie gleichen Kriterien. So kannst du dich vielleicht an Situationen erinnern, bei denen du dir vorgenommen hast, eine bestimmte Sache NICHT mehr zu tun. Einfacher ist es zu überlegen, was du stattdessen tun möchtest und von dir erbittest.

Eine kleine Geschichte zum Nachdenken

Ein Thoraschüler kam zum Rabbi und sprach: „Rabbi, du musst mir etwas erklären; ich verstehe es nicht. Es geht um die Schlange. Es heißt, der Ewige hat gesagt: „Verflucht seist du, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen, dein Leben lang…“ Und genau das verstehe ich nicht. Da hat die Schlage doch ein Leben lang zu essen und muss niemals hungern. Das ist doch keine Strafe!“ „Da hast du recht“, antwortete der Rabbi. “ Die Schlange hat immer zu essen und niemals muss sie um etwas bitten. – Und das,“ sagte der Rabbi, „ist ihre Strafe.“

(Quelle: Hanna Milling (2016): Storytelling – Konflikte lösen mit Herz und Verstand. Eine Anleitung zur Erzählkunst mit hundertundeiner Geschichte, Wolfgang Metzner Verlag, Frankfurt am Main)

Benenne beherzt deine Bitten und freue dich auf jede Bitte, die dir entgegen gebracht wird!

 

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